ARAG InEar - Ep. 25: Zwischen Paragrafen und Pedalen
Shownotes
In dieser Folge von ARAG InEar spricht Menekse Ciytak (Rechtdienstleister-Netzwerk) mit Daniella Domokos (Konzernentwicklung) über LegalTech-Trends und die spannenden Themen, die damit einhergehen. Außerdem gibt Daniella Einblicke in ihre Leidenschaft für den Radsport und teilt Motivationstipps für Beruf und Sport.
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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Arak in ihr, dem Podcast für euch und eure Themen.
00:00:10: Mein Name ist Menex Chachitag aus dem Team Rechtsdienstleister-Netzwerk und ich freue mich, euch zu der letzten Folge des Jahres, Wir haben heute einen ganz tollen Gast, nämlich die Daniela, Daniela Domokos.
00:00:23: Sie ist Manager Market Intelligence Legal Tech bei der Arak und wir sprechen nicht nur über ihren Job und die Welt von Legal Tech, sondern auch über ihre beeindruckende Leidenschaft für Radsport.
00:00:35: Hallo Daniela, stelle dich doch den Zuhörer an gern kurz vor.
00:00:38: Hallo Menevi, schön, dass ich da sein darf.
00:00:40: Vielen, vielen lieben Dank für die Einladung.
00:00:43: Genau, du hast mich ja schon vorgestellt, Daniela Domokos ist mein Name.
00:00:47: Ich bin Diplom-Juristin, habe einen Migrationshintergrund, ich bin nämlich in Ungarn geboren und darf seit Oktober zwanzig zweiundzwanzig die strategische Konzernentwicklung zu dem Thema Legal Tech und Legal Innovation begleiten, beraten, marktischerische machen, alles, was zu diesem Bereich der Konzernentwicklung dazu gehört.
00:01:07: Ja, cool.
00:01:08: Ja, du hast es gerade schon ein bisschen ausgeführt, weil das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen, Daniela.
00:01:12: Das klingt nach einem sehr speziellen Bereich.
00:01:16: genau verbirgt sich konkret hinter deiner Rolle.
00:01:19: Ich glaube... Legal Tech ist alles und nicht gleichzeitig.
00:01:23: Du kannst ja im Grunde genommen alles, was Innovation, Technologisierung, Digitalisierung im Rechtsbereich darunter verstehen.
00:01:30: Man kann es aber auch je nach Perspektive sehr, sehr eng fassen.
00:01:33: Das kann von Software Tools, Startups, Produktideen, aber auch regulatorische Entwicklungen beinhalten.
00:01:40: Es ist eine ganz klassische Fokusfrage und was einen gerade in dem Moment beschäftigt.
00:01:45: Ja, okay, also in einfachen Worten, weil vielleicht weiß der eine oder andere nicht ganz, Ganz konkret, was ist Legal Tech?
00:01:52: Also es sind auf jeden Fall zumindest automatisierte Prozesse im Bereich Legal, sowas gemeint vielleicht.
00:01:58: Wie kann man es vielleicht noch für Leute, die sich gar nicht auskennen, noch zusammenfassen?
00:02:02: Auf Verbraucher-Ebene, also je nach Tiergruppe, ne?
00:02:06: Gibt ja ganz klassischerweise zum Beispiel FlightRide, Right Now, Right Mart.
00:02:10: Das sind einfach Unternehmen, die effizienter, schneller Ansprüche, Rechtsansprüche, Abbilden, Zugericht bringen, einfach kostengünstiger Einklagen im Zweifel.
00:02:22: Da geht es im Grunde genommen darum, dass einfach kleine Ansprüche im Bereich fünfzig, hundert, zweihundert Euro sich wirtschaftlich für Kanzleien oft nicht lohnen oder gar nicht verfolgt werden und für Privatkunden sehr schwer zu erreichen.
00:02:35: sind.
00:02:35: Aber es gibt ja auch die Perspektive der Rechtsanwälte und die Kanzleien.
00:02:39: Da gehören ja dann Kanzlei Software unten drunter oder Prozesseoptimierung, wie du auch selber gesagt hast, die den Kanzleialltag erleichtern.
00:02:46: Und dann gibt es auch noch die Rechtsabteilungen.
00:02:48: Also im Grunde genommen überall dort, wo Juristinnen arbeiten oder rechtlich relevante Themen auf der Tagesordnung sind, die einer gewissen die einen gewissen Digitalisierungspotenzial haben.
00:03:01: Das gehört im Grunde ganz normal.
00:03:02: zu Legal Tech.
00:03:03: Und der Legal Tech-Markt, ich kenne mich ja auch damit aus, ist ja auch immer sehr spannend.
00:03:09: Beziehungsweise, da kommt immer neue Trends mit auf den Markt.
00:03:12: KI hat auch noch mal viel irgendwie so einen Ruck durch den Legal Tech-Markt bewirkt.
00:03:17: Aber was sind so, welche Trends und Entwicklungen sind so aus deiner Sicht aktuell besonders spannend?
00:03:23: Und kannst du uns da was mit an die Hand geben?
00:03:26: Ich glaube, das Spannende an der Stelle ist, dass es ja nicht nur die nationale Perspektive gibt, sondern dass international jeder Rechtsmarkt ja ganz anders funktioniert.
00:03:35: Natürlich gibt es Überschneidungen, aber trotzdem... gibt es sehr besondere Spezifika, je nach Land, die dann auch die entsprechenden Trends beeinflussen.
00:03:43: Also auch Kulturthemen.
00:03:46: Wenig eher eine Gesellschaft, die eher klagefreudig ist, oder sind wir eher harmoniebedürftig und gehen weniger zu Gericht, oder sind wir weniger an unsere Rechte und unsere Individualansprüche fokussiert, gibt es halt ganz ganz andere Fokusthemen.
00:04:02: Du hast ja selber gesagt, juristischer KI oder legal EI ist natürlich im Moment ein absoluter Treiber und da gibt es alles mögliche Anrichtungen.
00:04:12: Also wie verändert das den Rechtsmarkt in so weit, dass Rechtsdiesleistungen in Anspruch genommen werden?
00:04:18: Also wie verändert das ja die Kundenbedürfnisse?
00:04:20: Wie verändert das die Art zu arbeiten?
00:04:22: Wie verändert das die Lehre, also auch die juristische Ausbildung?
00:04:26: Das Thema ist super komplex und wie du auch selber gesagt hast, sehr, sehr spannend und es vergeht kaum einen Tag, wo ein nicht neuer Startup auf den Markt kommt und einfach mal so ein bisschen den Markt stellt.
00:04:37: Aber besonders cool fand ich jetzt, dass du das international angesprochen hast, also vielleicht für die Zuhörenden, weil ich weiß ja quasi, was du machst, aber vielleicht da noch mal anzusetzen, du bist also quasi auch international unterwegs für die Arak.
00:04:51: Wie können wir uns das da vorstellen, beziehungsweise wie sieht so ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
00:04:57: oder besser?
00:04:57: Gibt es diesen typischen Arbeitstag überhaupt?
00:05:00: Nee, den typischen Arbeitstag in dem Sinne gibt es nicht.
00:05:03: Natürlich habe ich meine Standard-Mettings und so ein bisschen der Rahmen.
00:05:07: Das zum Glück schon, sonst wäre es auch ein purer Chaos.
00:05:10: Aber tatsächlich ergibt sich sehr, sehr viel relativ spontan und kurzfristig.
00:05:15: Und es ist im Grunde genommen extrem viel Lesen, aber auch sehr, sehr viel Austausch.
00:05:20: Ich habe einerseits mein privat aufgebautes Netzwerk außerhalb der Arak, wo ich Expertinnen und Experten aus anderen Märkten kennen oder Mitarbeiter von Unternehmen oder Forschenden, die eben zu ... irgendwelchen relevanten Themen gerade sich damit beschäftigen.
00:05:38: Ich habe aber auch mein Arak-Internis-Netzwerk, was extrem wichtig ist, dass man sich unter den Kolleginnen austauscht, weiß okay, was schwirrt in den Köpfen, welche Ideen gibt es, welche Schmerzpunkte, welche Möglichkeiten, was bewegt die Kolleginnen und Kollegen, weil im Grunde genommen sind wir ja ein globaler Konzern, wir möchten ja auch voneinander lernen, wir sollten idealerweise auch voneinander lernen.
00:05:59: Und obwohl es ja diese nationale Unterschiede und Besonderheiten gibt, gibt es ja sehr, sehr viele Schnittstellen.
00:06:05: Und die herauszuarbeiten und die dann auch effizient zu nutzen, daraus zu lernen, ist wahnsinnig wertvoll.
00:06:10: Also, um das jetzt mal ein bisschen konkreter zu machen, ich tausche mich regelmäßig mit den Kolleginnen aus, sei es jetzt in den USA oder in den Niederlanden, Italien, Österreich.
00:06:20: Es gibt sehr, sehr viele Start-ups zum Beispiel als Aufhänger, die zum Beispiel sich im Deutschland gründen, aber dann nach Österreich gehen möchten.
00:06:29: dann kann es ja sein, dass die Kollegen auf sie aufmerksam geworden sind oder dass ich die Startups gesehen habe oder dass die Startups uns gefunden haben und zum Beispiel auf mich zukommen.
00:06:37: Und dann ist halt die Frage, wer teilt diese Information?
00:06:40: In welche Richtung an wen?
00:06:41: Also vielleicht habe ich ein Startup angeschaut, fand den cool, empfehle ich ein Dicht zum Beispiel oder den Kollegen in Österreich oder wir tauschen uns dazu aus, ob das nicht vielleicht sogar eine Möglichkeit wäre oder es gibt neues Forschungsthema, ein neues Gerichtverfahren in irgendeinem der Länder.
00:06:56: Und da geht es halt darum.
00:06:58: die entsprechende Relevanz für uns als Arak, aber auch hier in Deutschland auszuarbeiten.
00:07:04: Raus zu finden, für wen ist das relevant und welche Einheiten, welche Abteilungen, welche Themen.
00:07:09: beeinflusst das in welcher Art und Weise.
00:07:11: Ja, und hast du da bestimmte Methoden?
00:07:13: Weil du sagtest ja schon, Eingangs du liest viel, aber gibt es irgendwie Seiten, auf denen du dich herumtreibst?
00:07:19: Ich habe jetzt letztens an einem Workshop teilgenommen und einen eigenen AI Agent quasi gebaut, der mir Seiten scannen konnte etc.
00:07:29: Nutzt du so was?
00:07:30: wie?
00:07:31: Wie sieht das so aus?
00:07:31: Wie gehst du davor?
00:07:32: Ich
00:07:33: habe glaube ich noch ein relativ traditionelles Setup.
00:07:35: Also ich arbeite sehr gerne mit Google Alert.
00:07:39: für bestimmte Begrifflichkeiten, die ich schon immer habe, speziell für... bestimmte Länder, heißt entsprechend, dass mein Postfach in der Regel sehr voll ist und ich schaffe es auch nicht, dass dieses Postfach oft nur runterkommt.
00:07:50: Ich fände schon zweistellig auch nicht schlecht.
00:07:52: Also so viel kann ich leider jetzt auch nicht lesen.
00:07:56: Und es gibt halt einfach Standardkanäle, die ich persönlich für mich, ich sage jetzt mal optimiert habe, sehr, sehr viele schimpfen ja immer über die Algorithmen in sozialen Netzwerken.
00:08:06: Ich würde jetzt von mir behaupten, dass ich mein linken Algorithmus schon so weit optimiert habe, dass bei mir, ich sage jetzt mal zu ninety-fünf Prozent ausschließlich Liege, Technologie und Innovation Themen reingespült werden.
00:08:17: Alles andere wird kategorisch, rigoros und sehr strikt weggeklickt, auch um quasi einen Algorithmus entsprechend zu beeinflussen.
00:08:24: Und dementsprechend komme ich dann auch auf Themen.
00:08:26: Und wie gesagt, sehr vieles ist jemand, schreibt mir eine Mail oder ich sehe jemanden auf einer Veranstaltung.
00:08:32: Also es ist eine Portpourri an verschiedene Einzeltätigkeiten.
00:08:35: Ich würde es jetzt aber nicht sagen, dass ich mit ihren EI das soweit schon durchoptimiert habe.
00:08:41: Dafür verändert sich die Technologie meiner Meinung nach auch sehr, sehr schnell, aber in der Ableitung der Ergebnisse also.
00:08:48: Sparing, strategischer Relevanz nutze ich die Tools natürlich entsprechend
00:08:52: auch.
00:08:52: Ja, cool.
00:08:53: Also ganz viel Netzwerken, aber auch Research, Informationsaustausch, was jetzt so quasi bei dir ansteht.
00:09:00: Und was genau macht ihr an deinem Job am meisten?
00:09:03: Spaß und wo konkret liegen so deine größten Herausforderungen?
00:09:08: Ich glaube, die Antwort ist exakt das gleiche.
00:09:11: Und zwar, dass ich erstens nicht weiß, was am nächsten Tag passieren kann.
00:09:16: Und zweitens, dass es sich extrem schnell entwickelt.
00:09:20: Also hättest du mich jetzt vor zwei Jahren gefragt oder vor November, dreiundzwanzig, bevor G.P.T.
00:09:26: auf dem Markt kam, mit was ich mich die nächsten Monate beschäftigen werde.
00:09:30: Da hätte ich wahrscheinlich keine Ahnung gesagt mit den Nachwirkungen von Fremdbesitzdebatte oder so.
00:09:38: Aber hätte ich jetzt so nicht auf dem Schirm.
00:09:39: Und trotzdem war es dann halt so, G.P.T.
00:09:42: war ja da.
00:09:43: Wir waren alle drin.
00:09:45: Ich wollte mich ja möglichst schnell so weit aufschlauchen, dass sich das dann auch entsprechend beurteilen, bewerten und ... Ja, ich sage mal, sprechfähig und nutzerfähig bin.
00:09:55: Und das ist dann halt schon so, dass mein eigener Anspruch ist, innerhalb von ein, zwei Wochen das Verstanden zu haben.
00:10:02: Und das ist dann durchaus dann herausfordernd.
00:10:05: Vor allem, wenn die Technologie sie so schnell entwickelt.
00:10:07: Ja,
00:10:07: das glaube ich.
00:10:08: Ja, mega cool.
00:10:09: Ich würde an dieser Stelle Daniela gern einen Cut machen, gehen Sie sich Deiner spannenden beruflichen Situationen und Ausführungen hier und gerne auf Daniela im Privaten eingehen.
00:10:19: Ich weiß von dir, du bist, das hätt ich auch schon angeht.
00:10:22: dieser leidenschaftliche Radsportlerin.
00:10:25: Und da will mich natürlich erst mal interessieren, wie bist du ursprünglich zum Radfahren gekommen und was macht dir ganz besonders viel Spaß daran?
00:10:33: Es gibt diesen Spruch.
00:10:35: Ich weiß nicht, ob du die Frage kennst, aber wie nennt man einen verletzten Läufer?
00:10:40: Das ist nämlich der Rennradfahrer.
00:10:42: Das ist so ein bisschen suffisant und gemein, aber tatsächlich war es bei mir der Fall.
00:10:49: Ich habe an einem Ultradistanztrail-Lauf in Innsbruck teilgenommen vor zwei Jahren, zweieinhalb, um sechzig Kilometer, dreitausend, fünfhundert Höhenmeter.
00:10:59: Da habe ich meinen Fuß ein bisschen heftiger.
00:11:02: verletzt, als es mir lieb war.
00:11:04: Und das hat einfach mein Spaß am Laufen so weit zerstört, dass ich sehr lange keinen Lust mehr zum Laufen hatte.
00:11:09: Und das hat mich eben dann zum Radfahren gebracht.
00:11:12: Ich glaube, viele, die hier zuhören und laufen, werden das entsprechend nachvollziehen können.
00:11:18: Ja,
00:11:18: cool.
00:11:18: Also nicht cool, dass das passiert ist mit der Verletzung, aber cool, dass du halt dadurch irgendwie dann sowas Schönes wie jetzt das Radfahren für dich entdeckt hast.
00:11:28: Weil ich fand das so spannend.
00:11:29: Du hattest mir erzählt, du hast dieses Jahr schon dreihundert Kilometer in Finnland gemacht mit dem Fahrrad.
00:11:36: Das fand ich extrem cool.
00:11:38: Erzähl doch auch gerne noch mal für die Zuhörenden.
00:11:41: Was war das für ein Erlebnis?
00:11:43: Das ist im Gegensatz zu klassischen Radrennen, also wie eine, keine Ahnung, ich glaube jeder kennt, Tour de France, Giro d'Italia oder Münster Giro.
00:11:53: Es gibt ja immer so kleinere und größere, mehr jegige Veranstaltungen und der Seimer Cycling Tour nennt man das in der Seimerregime.
00:12:01: das ist näher der russischen Grenze.
00:12:02: in finland ist ein community event.
00:12:05: also da geht es wirklich darum mitzufahren dabei zu sein die natur zu erkunden.
00:12:09: es gibt zwei stecken.
00:12:10: ich gab hundert zwanzig und jetzt eben die drei hunderte stecke mit knapp zweitausend höhemeter.
00:12:16: cutoff zeit war glaube ich vierzehn stunden und das ist einfach dabei sein.
00:12:20: also eigentlich ein bisschen zu viel aufwand für einfach dabei sein.
00:12:24: aber man fährt da einfach hin.
00:12:26: gibt es Pre-Event, dann gibt es eben die Radfahrt mit Verpflegungsstationen, mit Begleiterteams, mit allen Drogen dran.
00:12:33: Und es geht halt wirklich darum, aus eigener Kraft die Strecke durchzuziehen und um diesen Saima-See herum, einmal über die Nacht durchzufahren.
00:12:40: Also starten wir um neun, dann eben über die Nacht und dann einfach am Nachmittag ankommen.
00:12:45: Wow, also mega cool.
00:12:47: So beeindruckend finde ich es.
00:12:48: Ich weiß, dass du für das Jahr Zwei-Sächsen-Zwanzig jetzt planst.
00:12:53: Zwei-Tausen-Zehn Kilometer.
00:12:55: Entschuldigung.
00:12:56: Zwei-Tausen-Einhundert Kilometer in zehn Tagen.
00:12:59: zu fahren, ich glaube in den Niederlanden, das klingt nach einer unglaublich rassen Herausforderung, finde ich mega cool, vielleicht holt es uns dazu auch ab, aber vor allem auch meine Frage, wie bereitest du dich denn auf so etwas vor, vor allem auch jetzt in den kalten Tagen, also generell im Winter, wie sieht da deine Vorbereitung aus?
00:13:18: auf so ein krasses Event.
00:13:21: Genau, also die Veranstaltung, die du angesprungen hast, das ist Race Around Netherlands.
00:13:25: Das ist ein Ultra-Cycling-Event.
00:13:27: Die ist zwar mit Wettkampfcharakter, aber die Community ist so klein, dass es da eigentlich nicht wirklich ein Wettkampf, also es gibt kein Preisgeld oder man kann da nichts gewinnen außer Rum und Ehe.
00:13:36: Und
00:13:37: stolz.
00:13:38: Und vielleicht ein paar Wunden.
00:13:39: Auf jeden Fall geht es darum, die niederländische Grenze innerhalb von maximal elf Tagen abzufahren.
00:13:44: Genau, und wie bereite ich mich darauf vor?
00:13:46: Das ist ganz klassisch.
00:13:48: Time in the saddle, das heißt einfach wahnsinnig viel im Sattel sitzen und einfach pedalieren, mache aber auch sehr viel Alternativ Training auch einfach um das Verletzungsrisiko zu minimieren.
00:13:58: Also ich fange jetzt langsam mit dem Training an, so sechs Monate davor ist eigentlich ein guter Zeitpunkt.
00:14:04: und dann steigert man die Intensität einfach sukzessive.
00:14:08: und Ja, man sitzt dann halt einfach viel im Sattel, ne?
00:14:11: Und auch im Winter, weil, kann ja auch, also witterungsbedingt nicht immer super Wetter sein, kann ja glatt sein, kann ja Schnee sein, da setze dich auch in den Sattel?
00:14:19: Ja,
00:14:19: aber auch im Rollentrainer, ne?
00:14:20: Also ich habe mein Vater da auf die Rolle gestellt und ich stampel dann einfach zu Hause.
00:14:24: Ja, cool.
00:14:24: Ich würde
00:14:25: jetzt nicht behaupten, dass es nicht mal sein kann, dass wenn ich irgendwie stile Recherche Zeit habe und mal mit einem Buch für die Arbeit auf der Rolle sitze.
00:14:33: Aber das ist ja eigentlich auch dann das Schöne, dass man das gut miteinander veranbaren kann, ne?
00:14:38: Freut mich dann, freut man sich dann auch umso mehr, wenn man ins Blut kommen kann, weil dann ist sie jetzt, ha, heute mal nicht auf dem Sattel sitzen.
00:14:44: Ist auch schön.
00:14:46: Ja, und ich stelle mir jetzt sofort Daniela auf dem Fahrrad, dreihundert Kilometer beispielsweise durch Finnland am Radeln.
00:14:52: Was geht dir da durch den Kopf, wenn du stundenlang auf diesem Rad sitzt, ist das eher so eine Art... Meditation für dich?
00:15:00: Oder hast du auch schon, du hast ein Grad schon mal kurz angesprochen, diesen Wettkampfgedanken, was ist so, was geht da in dir vor?
00:15:07: Das Schöne ist, an Ultradistanz-Sportarten, dafür liebe ich das ja, du bist ja nie in deinen Leistungsreserven, du bist nie am Limit, sondern du bist immer in so einem, man sagt ja, achtzig Prozent deine Belastungsgrenze.
00:15:19: Das heißt, du machst zwar Sport, aber du solltest ja soweit fit sein, dass dich das jetzt nicht so wahnsinnig überanstrengt, weil du musst es ja Tag für Tag, für Tag, für Tag machen.
00:15:27: Stunde für Stunde für Stunde und das heißt man ist da auf so ein Grundentspannungslevel sage ich jetzt mal geistig und trotzdem ist er so.
00:15:36: also die die die Marathonläufer innen oder die Langstreckenläufer innen werden es auch kennen.
00:15:40: irgendwann hören die kognitive Fähigkeiten so ein bisschen auf.
00:15:44: also irgendwann ist man zum Beispiel nicht mehr in der Lage ganz normal Rechenaufgaben zu machen und ich verbringen sehr, sehr viel Zeit, tatsächlich dann damit auszurechnen, wann ich ungefähr wo sein werde.
00:15:54: Weil die einfachste Rechenaufgaben wie fünf plus fünf einfach nicht mehr funktionieren.
00:15:59: Das heißt, man fängt dann an mit, okay, ich fahre jetzt gerade im Pace von zwanzig kmh.
00:16:03: Die nächste Stelle, wo ich Pause machen wollte, ist in fünfzig Kilometer.
00:16:07: Wie lange brauche ich?
00:16:08: Ach, Moment, wo war ich gerade?
00:16:09: Was war ich?
00:16:09: Also du kommst permanent zurück und man kann extrem viel Zeit mit dieser Fragestellung verbringen.
00:16:14: Und man kommt wahrscheinlich auch eher anders, als dass man das beantwortet hat.
00:16:19: ein ganz spannendes Phänomen.
00:16:20: Und ansonsten extrem viel Selbstreflexion.
00:16:22: Also ich finde tatsächlich auch, dass außer aus Sportarten eine sehr gute Möglichkeit für Persönlichkeitsentwicklung und Selbstreflexion darstellen, weil man sonst selten so viel Zeit hat, ja, über sich und seine eigene Welt nachzudenken.
00:16:35: Und damit das aber nicht passiert, dass man zu viel über sich nachdenkt, höre ich tatsächlich sehr gerne Podcast.
00:16:40: Man könnte auch behaupten.
00:16:41: Und tatsächlich war es auch der Fall, dass ich deine Folgen auch während meinen Trainingseinheiten gehört
00:16:45: habe.
00:16:45: Das ist eine coole Omega.
00:16:46: Vielleicht ist ja auch diese Folge dann nicht.
00:16:48: irgendwann hoffentlich dabei, wenn du auf dem Rad bist.
00:16:51: Da würde ich mich selber freuen.
00:16:52: Vielleicht mache ich das erst recht einfach zur Motivation.
00:16:54: Guck mal vor sechs Monaten.
00:16:56: Mega cool.
00:16:57: Genau, aber du hattest gerade schon so das Fitnesslevel angesprochen.
00:17:00: Welche Rolle spielt vielleicht aber auch irgendwie mentale Stärke?
00:17:04: Du sagtest auch gerade schon Selbstreflexion.
00:17:06: Das geht ja so ein bisschen in die Richtung bei solchen Distanzen.
00:17:09: Also worauf muss man irgendwie besonders achten?
00:17:11: Du
00:17:11: musst dich eigentlich mental vorher auf alles gefasst machen.
00:17:14: Also es wird garantiert, was schieflaufen.
00:17:17: Und idealerweise hat man das nicht nur gedanklich vorher durchgespielt, sondern auch faktisch reifen ist blatt.
00:17:24: Ketter ist gerissen, Ketter ist abgesprungen, keine Ahnung, Speicher gebrochen.
00:17:27: Also gerade beim Fahrrad jetzt im Vergleich zum Laufen kann extrem viel mechanisch schiefgehen.
00:17:31: Und da musst du eine Lösung für schaffen.
00:17:33: Gerade im Ultra-Cycling-Bereich ist es ja so, dass du nur Methoden und Möglichkeiten nutzen darfst, die allen anderen auch zur Verfügung stehen.
00:17:40: Das heißt, ich kann nicht, wenn Freitag nach irgendwelchen Ladenschließungszeiten mir irgendwas passiert und ich jemanden den dagegen kenne, kann ich diese Person ja nicht anrufen, um mir zu helfen, weil diese Person allen anderen ja nicht zur Verfügung gestanden wäre.
00:17:53: Und da musst du halt das nutzen, was da ist.
00:17:55: Das heißt, viel Vorbereitung, was kann schieflaufen?
00:17:59: Und trotzdem wird garantiert irgendwas schieflaufen, worauf man sich nicht vorbereitet hat.
00:18:03: Und da halt einfach die Ruhe bewahren und sagen, okay, jetzt alles gut, das wird doch alles gut.
00:18:07: Komm, jetzt sortieren wir uns.
00:18:09: Was ist jetzt eigentlich das Problem?
00:18:11: Und man wird irgendwann einfach keinen Bock mehr haben.
00:18:13: Also da sitzt du dann irgendwann im Sattel, garantiert.
00:18:17: Also Finnland war es bei mir, das weiß ich noch, hundert-achtzig Kilometer.
00:18:21: Mir hat alles weh getan.
00:18:22: Danach kamen erst die Berge.
00:18:24: Also die ganzen Anstiege kamen erst.
00:18:26: Ich habe mich sehr schlecht verpflegt, weil mein Magen nicht mitgemacht hat.
00:18:29: Das heißt, ich hätte auch entsprechend die Energie nicht.
00:18:31: Ich war so, ich habe keinen Bock mehr.
00:18:32: Ich habe einfach keinen Bock mehr und ich stand dann da und ich habe diesen Moment gar nicht richtig ... Genießen können.
00:18:38: eineseits, das ist natürlich ärgerlich.
00:18:40: Aber ich habe es nicht geschafft auf das Rad zu steigen und da stehst du einfach da und aus diesen Teufelskreis musst du halt rauskommen.
00:18:46: Du musst es schaffen unterbrechen zu können und zu sagen, Entschuldigung, es könnte hier rauspippen.
00:18:50: Fuck it.
00:18:51: Ich mache es jetzt trotzdem.
00:18:52: Ich mache es jetzt einfach weiter.
00:18:53: Also diesen Gedankenkarussell abbrechen zu können und zu sagen.
00:18:58: Ist wie es ist, ich mach's trotzdem.
00:19:00: Das ist eigentlich die Herausforderung und das verlangt tatsächlich sehr viel mentale Stärke in dem Moment.
00:19:05: Und man weiß es eigentlich nicht, ob man das in dem Moment haben wird oder nicht.
00:19:08: Das ist Tagesverfassungsfrage.
00:19:10: Ja krass.
00:19:11: Hab ich jetzt zum Beispiel natürlich im Vorfeld nicht über nachgedacht, aber klar, es kann ja alles mögliche passieren, worauf du vorbereitet sein musst.
00:19:18: Mega.
00:19:19: Und gibt's irgendwie Daniela ein bestimmtes Ziel oder ein Traum, den du noch hast in Sachen Rennrad fahren, den du unbedingt erreichen möchtest?
00:19:27: Ich träume so ein bisschen, davon mal einen größeren Ultra Cycling-Gewend mitzufahren.
00:19:34: Also es gibt ja den Atlas Mountain Race im Atlas-Gebirge.
00:19:38: Es gibt auch einen Kazakhstan, eine Veranstaltung in den Bergen.
00:19:42: Die sind aber halt noch mal ganz anders, was die Schwierigkeit, die Bedingungen auch das Fahrerische können angeht.
00:19:51: weiß ich nicht, ob ich mich trau, weil ehrlicherweise jetzt die zwei tausend hundert Höhenmeter in den Niederlanden hören sich halt sehr lang an, aber die Stacke ist weitestgehend asphaltiert und die einzige Herausforderung so richtig ist der Wind und nicht die Höhenmeter.
00:20:06: Muss ich einfach mal gucken, wie sich das ergibt.
00:20:08: Das ist ja auch viel Zeit, die man da rein investiert.
00:20:10: Ja, cool.
00:20:10: Genau, weil das wäre jetzt so meins gewesen, du sagst größeren Events und ich mir gedacht zwei tausend hundert Kilometer, finde ich schon ein großes Event.
00:20:17: Aber was wäre dann zum Beispiel in Kazakhstan so eine Tour oder?
00:20:21: Ich komme gerade leider nicht auf den Namen, mir liegt es aber auf der Zunge.
00:20:23: Es gibt eine Veranstaltung in Europa, die eigentlich immer quer durch Europa geht.
00:20:27: Das sind immer so dreizehntausendfünfhundert Kilometer.
00:20:31: Letztes Jahr ging es von, ich meine, Paris nach, ist da Paris, nee nicht Paris, egal, ich komme gerade nicht darauf.
00:20:39: Aber auf jeden Fall ging die Strecke von Paris nach Istanbul.
00:20:41: Dieses Jahr ist es entlang der Camino Auch nach Istanbul, also einfach so quer durch Europa, Vorkommen selbst organisiert, also ohne Unterkünfte, es gibt nur ein paar Checkpoints.
00:20:53: Und das sind dann halt so die Stecken, wo man dreißig Tage unterwegs.
00:20:56: Wo du dann ist, wo du wirklich Tag für Tag, also das, das, das zermürbt dich, glaube ich, mental, wenn du drauf nicht vorbereitet bist.
00:21:03: Und davor habe ich wahnsinnigen Respekt, aber würde mich tatsächlich auch sehr reizen.
00:21:07: Ja, glaube ich, vor allem, wenn man es dann geschafft hat.
00:21:09: Ja.
00:21:10: Und was würdest du jetzt jemanden raten, der zuhört und sagt, jetzt habe ich auch Irgendwie richtig Lust bekommen auch mit Radsport anzufangen.
00:21:17: Hast du da irgendwelche Tipps auch zum Beispiel hinsichtlich der richtigen Fahrradwahl?
00:21:22: Hast du selbst vielleicht mehrere oder auch nur eins?
00:21:24: Das würde mich auch noch interessieren.
00:21:26: Mein Tipp wäre einfach machen.
00:21:28: Aber das ist generell mein Tipp in allen Lebenslagen.
00:21:31: Einfach machen, nicht zerdenken.
00:21:32: Weil wenn man zu lange über irgendwas nachdenkt, macht man das im Zweifel nicht und ärgert sich.
00:21:36: vielleicht sehr, sehr lange oder später einfach drüber als nicht getan zu haben.
00:21:40: Und gerade in der Fahrrad-Bubble, ich finde es ein bisschen kritisch, wie das teilweise in Social Media dargestellt wird.
00:21:46: Am Ende des Tages ist Fahrradfahren zwei Räder, ein Rahmen, zwei Pedale und unser Körper und ein Helm.
00:21:52: Das ist eigentlich alles, was es braucht, wenn es dunkel wird, bitter Lichter.
00:21:55: So, aber mehr ist der Fahrradfahren nicht.
00:21:58: Und das muss nicht ein Karbonrad sein.
00:22:01: Das muss nicht mehr da tausend Euro kosten.
00:22:02: Ich muss nicht so und so viel Geld für die schicksten Radklamotten ausgeben.
00:22:07: Weil am Ende geht es darum, von A nach B zu kommen, das zu genießen, eine tolle Zeit zu haben und sich körperlich zu betätigen.
00:22:13: Natürlich ist für viele dieses Bild, was, wie gesagt, unter anderem im Social Media vermittelt wird, optisch doll wirkend und sieht cool aus und vermittelt auch vielleicht auch gewisse Wertigkeiten.
00:22:26: oder keine Ahnung, spannendes Zugehörigkeitsgefühl oder keine Ahnung.
00:22:30: Aber das schafft auch so eine große Barriere.
00:22:32: Dass viele sich denken, ich sehe aber nicht aus wie der typische Fahrradfahrer.
00:22:36: Ja, tu ich auch nicht.
00:22:37: Was ist schon der typische Fahrradfahrer?
00:22:38: Wir sollten uns jetzt nicht mit Tour de France-Fahrer vergleichen.
00:22:41: Die haben einen ganz anderen Körperbau ausgründen.
00:22:44: Also wenn wir einen Vollzeitjob haben, unser Leben haben und das nicht unser Butter- und Brotgeschäft ist, dann ist doch eigentlich bitte total egal, wie ich aussehe oder welche Leistung ich erbringe, welche Päsig fahren kann oder was oder sonst was.
00:22:57: Ich würde immer sagen, kauft euch irgendein Fahrrad.
00:22:59: Also gebraucht, zweihundert Euro tut es auch schon, dann kann jeder Werkstatt das einfach auf den aktuellen Stand bringen und irgendwie optimieren.
00:23:07: Oder man lernt es oder was auch immer.
00:23:10: Aber einfach irgendeinen Rat besorgen, einfach losfahren, Hermann ziehen und fertig und alles andere ergibt sich.
00:23:15: Daniela, vielen, vielen Dank für die spannenden Einblicke, sowohl jetzt einmal beruflich, aber insbesondere auch eben zu deinem privaten, beeindruckenden Radsport hier.
00:23:25: Ich wünsche oder wir wünschen dir hier ganz viel Erfolg weiterhin und natürlich auch bei deinem großen Ziel in den Niederlanden.
00:23:32: Wir sind gespannt, wie das läuft.
00:23:33: Danke, dass du heute hier bei Arak in mir dabei warst.
00:23:36: Vielen, vielen lieben Dank, Manny, für die Einladung.
00:23:38: Mich
00:23:38: sehr gefreut.
00:23:39: Ich bedanke mich an dieser Stelle auch bei Roger Kayoko und Martin Balbuena für die Produktion.
00:23:44: Lieben Dank auch an die Zuhörenden.
00:23:46: Wenn ihr selber Themen für den Podcast habt, meldet euch sehr gerne bei mir oder meinen Kolleginnen.
00:23:51: Ansonsten findet ihr frühere und kommende Folgen von Arak in ihr auf Spotify, Deezer und Amazon Music und auf unserer Website Arak.com.
00:23:59: Ich freue mich aufs nächste Mal im nächsten Jahr und wir vom Arak in ihr Team wünschen euch und euren Liebsten schöne Feiertage und einen guten Rutsch in ein gesundes neues Jahr und bis bald.
00:24:11: Tschüss!
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